Forschung und Entwicklung / Innovation

ZIM

Endlich gibt es auch ein Förderprogramm für junge und kleine Unternehmen, die Forschung und Entwicklung betreiben.

II. Hier die wichtigsten Informationen zur neuen ZIM Richtlinie für Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Phase von der Idee bis zum Prototyp:

Die bisherige, alte ZIM Richtlinie ist zum 31.12.2019 ausgelaufen. Die neue ZIM-Richtlinie wurde bereits am 20. Januar 2020 bekannt gemacht. Anträge können in Kürze gestellt werden, sobald die neue ZIM Richtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde.

Hier die wichtigsten Fakten: Was ändert sich durch die neue ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) - Richtlinie?

  1. Bessere Förderbedingungen für den Mittelstand
    Erhöhung der zuwendungsfähigen Kosten, um größere Innovationsvorhaben zu ermöglichen. Die Fördersumme wird auf Basis der zuwendungsfähigen Kosten berechnet. Steigen diese deutlich, steigt auch die Fördersumme entsprechend.
    + Einzelprojekte: Erhöhung der zuwendungsfähigen Kosten von 380.000 EUR auf 550.000 EUR.
    + Kooperationsprojekte: Erhöhung der zuwendungsfähigen Kosten von 380.000 EUR auf 450.000 EURO pro Unternehmen und von 190.000 EUR auf 220.000 EUR für kooperierende Forschungseinrichtungen. Anstieg der Fördersumme des Gesamtprojektes auf maximal 2.300.000 EUR (zuvor: 2.000.000 EUR).
    + Erhöhung der Fördersumme für nationale Innovationsnetzwerke auf maximal 420.000 EUR (zuvor: 380.000 EUR).
    + Erhöhung der Fördersumme für internationale Innovationsnetzwerke auf maximal 520.000 EUR (zuvor: 450.000 EUR).
    Erhöhung der Fördersätze für kleine Unternehmen aus strukturschwachen Regionen. Im Vergleich zur alten Richtlinie wird die Unterscheidung zwischen alten und neuen Bundesländern aufgehoben. Zuvor erhielten kleine Unternehmen aus den neuen Bundesländern erhöhte Fördersätze. Jetzt ist die Strukturschwäche der Region entscheidend. In strukturschwachen Regionen erhalten kleine Unternehmen Fördersätze von 45 % (Einzelprojekte), 55 % (Kooperationsprojekte) und 60 % (Kooperationsprojekte mit ausländischen Partnern).
  1. Bessere Unterstützungsmöglichkeiten für junge und Kleinstunternehmen sowie Erstinvestoren
    Durchführbarkeitsstudien für junge Unternehmen, Kleinstunternehmen und Erstbewilligungsempfänger können gefördert werden. Dadurch soll dieser Zielgruppe der Zugang zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten erleichtert werden.
    Es wurde eine neue Kategorie mit hohen Fördersätzen etabliert: kleine junge Unternehmen. Diese erhalten Fördersätze von 45 % (Einzelprojekte), 50 % (Kooperationsprojekte) und 60 % (Kooperationsprojekte mit ausländischen Partnern).
  1. Intensivierung des nationalen und internationalen Wissenstransfers sowie des Transfers von Forschungsergebnissen in die Praxis
    Kooperationen von mittelständischen Unternehmen mit weniger als 1.000 (zuvor: 500) Mitarbeiter*innen inklusive verbundener Unternehmen oder Partnerunternehmen mit KMU sind möglich, da größere mittelständische Unternehmen über gute Vertriebs- und Marktzugänge verfügen, die einen effektiven Transfer von Forschungsergebnissen in den Markt ermöglichen.
    Verstetigung der Förderung internationaler Innovationsprojekte, um internationale Märkte zu erschließen.
    Unterstützung durch bessere Leistungen zur Markteinführung, wie beispielsweise Innovationsberatungen, innovationsunterstützende Dienstleistungen, Messeauftritte oder Beratung zu Produktdesign und Vermarktung.

III. Förderfähige Leistungen zur Markteinführung gemäß der neuen ZIM Richtlinie 2020 in der Phase vom Prototyp zum marktfähigen Produkt

„2.3 Leistungen zur Markteinführung

Zu den Leistungen zählen: a) „Innovationsberatungsdienste“: Beratung, Unterstützung und Schulung in den Bereichen Wissenstransfer, Erwerb, Schutz und Verwertung immaterieller Vermögenswerte sowie Anwendung von Normen und Vorschriften in denen diese verankert sind8 ; b) „innovationsunterstützende Dienstleistungen“: Bereitstellung von Büroflächen, Datenbanken, Bibliotheken, Marktforschung, Laboratorien, Gütezeichen, Tests und Zertifizierung zum Zweck der Entwicklung effizienterer Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen.9 c) Messeauftritte sowie Beratung zu Produktdesign und Vermarktung jeweils ausschließlich bezüglich des bewilligten FuE-Projektes. Die Förderung dieser Leistungen stellt für die begünstigten Unternehmen eine Beihilfe nach den Vorschriften der EU dar, die im Rahmen des „De-minimis“-Verfahrens10 abgewickelt wird.

4.4 Voraussetzungen für die Förderung von Leistungen zur Markteinführung

Gefördert werden nur solche Leistungen, - die im engen sachlichen und terminlichen Zusammenhang mit dem FuE-Projekt stehen und - für die Markteinführung sinnvoll sind und - nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten an qualifizierte externe Anbieter vergeben werden sollen. Die Antragstellung ist unter der Voraussetzung der Bewilligung des FuE-Projektes flexibel möglich und kann auch bis zu 12 Monate nach erfolgreichem Abschluss desselben noch erfolgen. Nach dem Ende der Gültigkeitsdauer dieser Richtlinie gem. Ziffer 8 ist eine Antragstellung unter dieser Richtlinie jedoch nicht mehr möglich. Abhängig von der Fortführung des Programms behält sich der Zuwendungsgeber vor, bereits zu einem früheren Zeitpunkt keine Anträge auf Leistungen zur Markteinführung mehr anzunehmen.

5.4.4 Leistungen zur Markteinführung

Leistungen nach Ziffer 2.3 sind bis zu 60 000 € pro gefördertem FuE-Projekt zuwendungsfähig.“

Neu hinzugekommen ist „Messeauftritte sowie Beratung zu Produktdesign und Vermarktung“. Die Summe hat sich von EUR 50.000 auf EUR 60.000 netto erhöht.

Insgesamt stehen für ZIM im Jahr 2020 Haushaltsmittel in Höhe von EUR 555 Millionen zur Verfügung. Sobald die Antragstellung geöffnet ist (ca. Ende 1. Quartal 2020), ist diese fortlaufend möglich. Jedes Unternehmen kann also selbst entscheiden, wann es ein ZIM-Projekt starten möchte. Es gibt keine Deadlines für die Antragstellung.

Neue Richtlinie für Patent- und Normenförderprogramm Wipano

Am 17.01. hat das BMWI die neue Richtlinie zum Förderprogramm Wipano veröffentlicht. Wipano fördert den Technologie und Wissenstransfer durch Patente, Normung und Standardisierung zur wirtschaftlichen Verwertung innovativer Ideen der öffentlichen Forschung und Unternehmen.

Im Rahmen der neuen Richtlinie werden die effiziente Nutzung von geistigem Eigentum sowie der Transfer neuester Forschungsergebnisse in die Normung gefördert.

U.a. werden KMU bis 249 Mitarbeiter und Freiberufler unterstützt, ihre F&E Ergebnisse zu sichern und zu vermarkten. Gefördert wird der gesamte Prozess der Schutzrechtsanmeldung (Patente und Gebrauchsmuster) von der Prüfung bis zur Verwertung der Idee. Außerdem werden Projekte gefördert, die neueste Erkenntnisse der Forschung in Normen und Standards überführen (hier sogar Unternehmen bis 1.000 Mitarbeiter). Der Zuschuss beträgt bis zu EUR 40.000 für Normungsprojekte (bei Kooperationsprojekten max. EUR 200.000 je Verbundpartner).

Die Förderung für Schutzrechtsanmeldungen ist wie bisher in Leistungspakete unterteilt. Der Zuschuss beträgt bis zu 50% jedoch mit jeweiligen Höchstgrenzen (zwischen EUR 800 und EUR 10.000 in den einzelnen Leistungspaketen).

Quelle: IHK Hessen Innovativ, Februar 2020